Dissertation

Titel: Doing Philosophy? Eine soziologische Analyse philosophischer Beratungspraxis.

Fach: Soziologie, Nebenfach Philosophie

Erschienen im Februar 2013 im LIT-Verlag kaufen

Abstract:

Der Umgang mit den multiplen Veränderungen in der heutigen Gesellschaft stellt für den Menschen eine immer größer werdende und individuelle Herausforderung dar.
Die Philosophische Praxis versteht sich als professionelle, philosophische Beratungsform, die den mit diesen Veränderungen verbundenen Alltagsproblemen und Sinnfragen der Individuen mit einem philosophischen Deutungsangebot begegnen und einen Beitrag zur Reduktion der modernen Lebenskomplexität leisten will. Daraus ergeben sich die Fragen, wie die Philosophische Praxis dieses Angebot konkret realisiert und welchen Stellenwert sie dadurch im gesamtgesellschaftlichen Kontext einnimmt.

Auf Basis einer qualitativen Studie der Philosophischen Praxis in Deutschland soll gezeigt werden, wie das „Philosophische“ in der Philosophischen Praxis realisiert wird und welche Funktionen dieser Prozess des Doing Philosophy für die Philosophie sowie die Gesellschaft hat. Die darin geführte Diskussion über die Lebenskunstphilosophie des Individuums kann als eine mögliche Formel zur Reduktion der alltäglichen Lebenskomplexität interpretiert werden, die zugleich auch als Alleinstellungsmerkmal der Philosophischen Praxen gegenüber anderen Beratungsformen definiert werden kann. Anhand verschiedener Strategien der Professionalisierung kann nachgezeichnet werden, wie die Philosophischen Praktiker sich am wirtschaftlichen Markt zu etablieren versuchen, um eine außerwissenschaftliche, an der Ökonomie orientierte Philosophie zu institutionalisieren.
Das Doing Philosophy wird so auch zu einer Kontroverse über die gesellschaftliche Funktion der Philosophie in der Moderne, da in der Philosophischen Praxis nicht die philosophische Erkenntnis, sondern die individuelle Lebenskunst den Gegenstand des Philosophierens darstellt. Sowohl die Zuständigkeit der Philosophischen Praxis für eine Vielzahl an Problemen und im Besonderen der Orientierungshilfe für das Individuum als auch die heterogene und individuelle Vernetzung von verschiedenen Akteuren in der Lösung dieser Probleme verweisen auf spezifische Ausprägungen der reflexiven Modernisierung und zugleich auf besondere Merkmale der Philosophischen Praxis.
In der Funktion als universale und integrative Beratung wird die Philosophische Praxis auch zum Ort einer reflexiven Begriffsarbeit, da sie im Doing Philosophy Begriffe und Kategorien in Frage stellt. Diese außerwissenschaftliche Philosophie kann aufgrund ihrer Zuständigkeit für alltägliche Probleme und ihrer spezifischen Methode auch als eine angewandte und praktische Philosophie verstanden werden, die sich gerade dadurch von der wissenschaftlichen Philosophie unterscheidet und zugleich den Begriff der Philosophie in Frage stellt und neu interpretiert. 

Die Dissertation "Doing Philosophy? Eine soziologische Analyse philosophischer Beratungspraxis" wurde mit Mitteln der Hanns-Seidel-Stiftung und des BMBF gefördert

Diplomarbeit

Titel: Die Inszenierung von Körpern und Emotionen als kosmo-politische Ereignisse in den Videos von Rammstein: Download

Fach: Soziologie, Betreuer: PhD M.Schillmeier, Prof. Dr. Beck